Kultur

Die Türkei- fast das ganze Land ist ein Museum

Die Kulturgeschichte der Türkei ist von unglaublich vielen kulturellen Einflüssen geprägt, so dass es bis heute noch niemanden gelungen ist, hierüber eine vollständige Abhandlung zu schreiben. Doch zwei Faktoren bestimmen die türkische Geschichte und Kultur am meisten: das Osmanische Reich und der Begründer der modernen Türkei, Atatürk.

Am 19. Mai eines jeden Jahres ist der "Atatürk-Gedenktag". Es schon so etwas wie der türkische Nationalfeiertag - und es ist ein politischer, denn Atatürk war der Vorbereiter der Trennung von Kirche und Staat. Am 23. April feiert die gesamte Türkei den "Tag der Nationalen Souveränität".
Das größte Fest für die Muslime ist das Islamisches Opferfest, das wechselnd im Rhythmus mit der islamischen Fastenzeit, dem Ramadan, gefeiert wird. Der Türkei-Tourist ist vom Fasten nicht betroffen. Die Türken haben auch keine Probleme damit, dass sich Ihre Gäste nicht an die Gebote des Ramadan halten. Nach dem Ende der Fastenzeit findet das so genannte Zuckerfest statt, an dem die gesamte Türkei in kulinarischen Genüssen schwelgt.
Wer sich an einem einzigen Ort einen kompletten Überblick über türkische Traditionen und Bräuche machen will, der kommt an Istanbul nicht vorbei. Alles, was jemals die kulturelle Vergangenheit und Gegenwart betraf und betrifft ist in den Istanbuler Museen zu sehen. Obwohl Ankara, die Hauptstadt, auch einiges zu bieten hat, kann Sie in Bezug auf die Darstellung der türkischen Kultur Istanbul lange nicht das Wasser reichen.

In den türkischen Provinzen, vor allem in Anatolien, werden die jeweilige regionale Kultur und die regionalen Bräuche und Traditionen am Leben erhalten.
Zum Beispiel die Stadt Konya, etwa 200 Kilometer von Ankara entfernt. Dort befindet sich das Mausoleum von Mevlana Dschalal ad-Din Rumi, dem Begründer des Mevlevi-Ordens, der heute noch durch den "Tanz der Derwische" seine Spuren hinterlässt. Das Mausoleum ist zum Wallfahrtsort für traditionsbewusste Muslime und Anhänger des Sufismus (islamische Mystik) geworden. Nur in Konya sind die echten Derwische zu Hause.
Besonders in Anatolien haben sich Kultur, Bräuche und Traditionen erhalten und werden intensiv gepflegt. So haben jede größere Stadt, aber auch viele Dörfer ihre eigenen Feste.
Besonders lustig ist zum Beispiel das Wassermelonenfest in Diyarbakir. Hier wird in fairem Wettstreit um die größte und schwerste Melone gerungen. Die grün-schwarz gestreiften Wassermelonen können bis zu bis 65 Kilogramm wiegen. Die anschließende Preisverleihung ist mit einem gigantischen Volksfest verbunden.
Als Empfehlung sei gesagt, dass man eine Reise durch die Türkei auch danach planen sollte, wo finden wann, welche Feste statt. Und in jeder Stadt gibt es Museen, die die Bräuche gut erklären.
Es ist ein besonderes Erlebnis, durch die Türkei zu reisen und sich mit deren Kultur zu beschäftigen. Nur so kann man die Menschen auch verstehen.
 
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