| Kultur |
Italienische Tradition zwischen Altertum und Moderne Italien ist der Inbegriff von Kultur, und bereits den Dichter Goethe berührten seine Bildungsreisen nach Italien zutiefst. Kaum ein Land der Welt blickt auf eine längere und reichere Kunstgeschichte zurück als die Heimat von da Vinci, Michelangelo, Vivaldi, Puccini und Dante. Und in die Hochkultur Italiens bettet sich der Hang der Italiener zur Tradition und zum Brauchtum nahtlos ein. Schon die italienischen Feiertage und Feste sind vom enormen Traditionsbewusstsein und von der großen Heimatverbundenheit geprägt. Das Festa della Repubblica, der Nationalfeiertag Italiens, erinnert an die Neuordnung des Staates nach dem Zweiten Weltkrieg und wird vor zehntausenden Zuschauern mit militärischen Ehren begangen. Am 25. April, dem Tag der Befreiung Liberazione del`Italia, schmücken die Menschen ihre Fenster und Türen mit Kränzen, um der im Krieg Gefallenen zu gedenken. Darüber hinaus hat jede italienische Region ihren Schutzheiligen, dessen jeweiliger Namenstag mit Jahrmärkten und Feuerwerken gefeiert wird. Am Tag der Heiligen drei Könige werden die Kinder von der Befana, der alten Hexe, beschenkt, die der Legende nach durch den Kamin in die Stuben gelangt. Auch der Karneval ist in vielen Regionen Italiens von großer Bedeutung. Selbst im Zuge der Nahrungsaufnahme ist häufig von der italienischen Esskultur die Rede. So sind die langwierigen und mehrgängigen, mitunter regelrecht zelebrierten Abendmenüs der Italiener im Kreise ihrer Familie nicht weniger Ausdruck ihres Lebensgefühls und ihrer Kultur als Museen und Ausstellungen. Diese italienischen Museen genießen allerdings Weltruf. Italien beherbergt insgesamt mehr als 1.500 Museen und damit mehr als jedes andere Land. Die 2.500jährige italienische Historie findet in Gestalt von einmalig lückenlosen Sammlungen Ausdruck, die sämtliche denkbaren und verzeichneten Kunstentwicklungen seit der Altsteinzeit abbilden. Von besonderem Stellenwert sind zweifellos die die Vatikanischen Museen mit ihren überreichen Kunstschätzen, die der Papstsitz im Lauf von Jahrhunderten sammeln konnte. Die bedeutendsten Ausstellungsstücke allerdings sind immobil: die weltberühmten Decken- und Altargemälde des Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Auch die Pinakothek Brera in Mailand oder die Uffizien im toskanischen Florenz sind im Hinblick auf Quantität, Qualität und Dokumentation ihrer Objekte herausragend und suchen weltweit ihresgleichen. Die Lebensart und Pracht Italiens lässt sich jedoch nicht gänzlich erfassen, ohne auch sein gewaltiges musikalisches Erbe erfahren zu haben. Insbesondere die Vielzahl qualitativ wegweisender Opernhäuser ist beeindruckend. Die Mailänder Scala, das Teatro Communale in Florenz, das Teatro Carlo Felice in Genua oder das Teatro Dante Alligheri in Ravenna gehören zu den renommiertesten Bühnen der Welt. Die imposantesten musikalischen Ereignisse finden jedoch in Verona statt. In den Sommermonaten ist die Arena – das 30.000 Menschen fassende römische Amphitheater mit seiner außerordentlichen Akustik – Schauplatz der spektakulären Aufführungen der „Aida“ Verdis und anderer bekannter Opern. |