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Hellas - Lebenslust und Kultur in Griechenland Das sonnige Griechenland - es hat mehr Gesichter. Hinter der leichten und beschwingten Jugend, stehen fröhliche und auch sehr gläubige ältere Menschen. Der Blick in die Städte und vor allem ins Fernsehen macht dies deutlich.
So werden zumindest auf einem Fernsehkanal von früh bis spät Predigten von griechisch-orthodoxen Priestern verlesen. Diesem Eindruck entsprechen auch die reich ausgeschmüchten, staatsfinanzierten Moscheen, die weltbekannten Meteora-Klöster und die Mönchsrepublik Athos. Am interessantesten ist es zu Ostern. Jung und alt strömt kurz vor Mitternacht zu den heiligen Gebäuden des Ortes. Ganz Thessaloniki scheint wie verlassen.
Demgegenüber sind die Griechen ein sehr redefreudiges, temperamentvolles Volk. So sind heftige und leidenschaftliche Diskussionen mit Lautstärke oft zu beobachten. Auch wüste Beschimpfungen gehören dazu. Wortkarg, emotionslos und gelangweilt ist dagegen ein kurzes Kopfhochziehen mit gespitzten Lippen - bedeutet "nein". Das gesamte temperament der Griechen ist vor allem bei Sportveranstaltungen, besonders beim Fußball, zu sehen. Auch wenn das Leben nicht einfach ist, ist in allen Cafes ein Lächeln in den Gesichtern.
Besonders in den Tavernen kommt die Lebenslust Griechenlands zum Ausdruck. Große Gruppen finden sich an den langen Tischen zu Wein, Tanz und Buzukimusik ein. Im Laufe des Abends wird nicht nur auf der viel zu kleinen Tanzfläche, sondern auch auf den Tischen getanzt. Die traditionellen Tänze Kalamatianós und Sirtós sind so etwas wie die Nationaltänze. Sie werden in den Großstädten und größeren Kleinstädten von Flokloregruppen aufgeführt. Hierbei kommen vor allem die farbenprächtigen Kleider zur Geltung. Für Theaterveranstaltung werden oftmals auch die umgerüsteten antiken Schauplätze und Theater genutzt.
Auch die Esskultur Griechenlands hat sehr unterschiedliche Gesichter. Hier unterscheiden sich die warmen Mahlzeiten von den kleinen Naschereien zwischendurch. Die warmen Mahlzeiten sind oft sehr ölhaltig, aber nicht fett, fischreich und mediterran. Bifteki (Boulette) wird zu Pommes gegessen, Nudelgerichte mit Hackfleischbällchen durchsetzt und nebenbei wird ein Salat mit schwarzen Oliven, frischen Tomaten und Feta-Käse gereicht. Weißbrotscheiben, ein kräftiger, roter Wein oder ein Glas Wasser gehören natürlich dazu. Überall finden sich auch Süsswarenbäckereien, wo sich die Griechen ihren Altag versüßen. In Cafes werden unterhaltungen bei honigglasierten Quarkbällchen (Loukoumades) und einem eiskalten Frappee geführt. Ein Glas Wasser ist hier selbstverständlich!
Die Museen Griechenland sind sehr traditionsbewusst angelegt. In Athen, Heraklion und Thessaloniki werden die Museen vor allem mit Gegenständen aus der Antike und der Vorzeit erfüllt. Trachten das 19. Jahrhunderts gibt bezeichnenderweise in einem Museum von Nauplion.
Die Feiertage in Griechenland entsprechen den religiösen Feiertagen in Deutschland. Die Ausnahme bilden zwei Nationalfeiertage am 28. Oktober und 25. März. Ein Erlebnis ist der Rosenmontag in Patras, Griechenlands Karnevashochburg. Die ganze Stadt scheint sich in ein Farbenmeer verwandelt zu haben. |