Kultur

Die Kultur in Belgien

Der Name des Landes Belgien geht zurück auf einen keltisch-germanischen Stamm, die Belgen. Sie wurden von Cäsar besiegt und unter Kaiser Augustus als römische Provinz Gallia Belgica zusammengefasst. Von der Völkerwanderung bis ins 19. Jahrhundert standen sie unter fränkischer, burgundischer und danach für über 300 Jahre unter habsburgischer Herrschaft.

1831 erst beschlossen die europäischen Großmächte die Trennung von Belgien und den Niederlanden; am 21. Juli desselben Jahres wurde der Prinz von Sachsen-Coburg zum König der Belgier gewählt. Auf diesen Tag datieren die Belgier ihre nationale Unabhängigkeit und zelebrieren so alljährlich ihren Nationalfeiertag im Hochsommer.

Belgien ist ein hochverstädtertes Land. Auch das hat historische Ursachen, denn die frühesten und am stärksten verdichteten Städtenetze Europas fanden sich in Oberitalien und in Flandern, dem nördlichen Teil des heutigen Belgien. Ebenfalls geschichtlich bedingt ist der schon seit etwa 1850 anhaltende Konflikt um Sprache, Kultur und Wohlstand zwischen Flamen und Wallonen in Belgien, der immer wieder aufbricht, aber auch für die Vielfalt und Pluralität des Landes steht.

Die belgische Kultur ist interessant und facettenreich. Sie bietet kulinarische Eigenheiten in hervorragenden Restaurants, aber die Belgier gelten auch als die Erfinder der Pommes Frites, die sie von Anfang an vor allem zusammen mit frischem Meeresfisch verzehrten. Weltruf genießen auch ihre einzigartigen und in unvergleichlich zahlreichen Formen hergestellten Pralinen, gefüllt mit Nougat, Cremes oder schmelzendem Caramell. In Belgien trinkt man nicht nur Pfirsich- und Kirschbier, es gibt auch Champagnerbier und zahllose Abteibiere unter den über 200 Biersorten. Logisch, dass viele Touristen das Brauerei- und das Biermuseum in der Hauptstadt besuchen wollen.

Belgien ist seit dem 14. Jahrhundert ein Land der großen Maler von europäischem Ruf. Zu den berühmtesten gehören die Gebrüder van Eyck, van der Weyden, Memling, Rubens und van Dyck. Auch der Surrealismus, eine Strömung in Literatur und Bildender Kunst, die in Anlehnung an Freuds Psychoanalyse das Unbewusste darstellen wollte, ist hier stark vertreten, durch Magritte und Delvaux. Aus Belgien stammt auch der wahrscheinlich berühmteste Krimi-Autor Europas, Georges Simenon, der seinen Kommissar Maigret in über 80 Romanen wortkarg und einfühlsam Verbrechen aufklären lässt.

Das Land ist auch die Heimat vieler Comics, was nicht sonderlich bekannt ist. Lucky Luke, die Schlümpfe, Tim und Struppi bilden nur eine kleine Auswahl der Serien, die von belgischen Autoren und Zeichnern verfasst werden. Andererseits war auch der Nobelpreisträger für Literatur von 1911 ein Belgier, der symbolistische Dichter und Dramatiker Maurice Maeterlinck.

Teil der belgischen Kultur sind weiterhin eine originelle Musiktradition, feine Stoffe und Textilien und eine wundervolle Architektur, die besonders an den Brüsseler Jugendstilbauten zu bewundern ist.
 
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